Das ERP-System als wichtigste Komponente bei der Digitalisierung im Mittelstand - im Interview mit Ralf Bachthaler, Vorstand der Asseco Solutions

RalfBachthaler AssecoSolutions WebKein Tag vergeht, bei dem nicht die Thematik Digitalisierung als Herausforderung für mittelständische Unternehmen besprochen wird. Auch der DIGITAL FUTUREcongress widmet sich genau diesem Thema. Mehr und mehr stellt sich dabei heraus, dass der richtige Einsatz modernster ERP-Technologie zum Erfolgsfaktor für die erfolgreiche Digitalisierung wird. Seit mehr als 25 Jahren bietet die Asseco Solutions mit Hauptsitz in Karlsruhe ERP-Technologien für den gehobenen Mittelstand. Die webbasierte ERPII-Lösung APplus verbindet CRM, DMS, PLM, E-Business, Wissensorganisation, Risikomanagement und Workflow mit klassischem ERP und deckt so alle wesentlichen Stufen moderner Wertschöpfungsketten integriert ab. Das System wurde bereits mehrfach zum „ERP-System des Jahres“ gekürt sowie im Rahmen der aktuellen Trovarit-Studie von Anwendern mit Bestnoten ausgezeichnet. Im Interview mit Ralf Bachthaler, Vorstand der Asseco Solutions, sprechen wir über Industrie 4.0, Anwenderfreundlichkeit von ERP-Systemen und die Bedeutung der künstlichen Intelligenz bei zukunftsorientierten Geschäftsmodellen.

DFC: Man hat den Eindruck, dass sich gerade der Mittelstand oft etwas schwer tut, sich dem Thema Digitalisierung zu nähern. Der Handlungsdruck ist aber mittlerweile so hoch, dass viele Unternehmen einfach an irgendeiner Stelle beginnen, um einfach einmal anzufangen. Warum ist gerade ein zukunftsfähiges ERP-System bei der Digitalisierung im Mittelstand so wichtig?

Ralf Bachthaler: Dem ERP-System kommt hier eine besondere Rolle zu, da es wie kaum ein anderes IT-System in den Geschäftsprozessen eines Unternehmens verwurzelt ist. Informationsflüsse, Prozessschritte in der Wertschöpfungskette, der Kontakt mit Kunden und Lieferanten – all das kann und wird vom ERP-System abgedeckt. Das ERP-System bildet damit quasi das „Rückgrat“ eines Unternehmens. Wenn die jeweils genutzte Lösung nun bereits nativ auf die vernetzten Strukturen des heutigen digitalen Zeitalters ausgelegt ist, erleichtert dies natürlich die notwendigen Transformationsprozesse im Unternehmen. So ist es etwa hilfreich, wenn sich Drittsysteme möglichst einfach und effizient anbinden lassen, der direkte Datenaustausch mit Fertigungsmaschinen unterstützt wird oder das System leistungsfähig genug ist, auch große Datenmassen – Stichwort Big Data – effizient zu verarbeiten. Bildet die ERP-Lösung bereits ein solides Fundament für entsprechende Digitalisierungsszenarien, fällt es natürlich umso leichter, darauf aufzubauen.

DFC: Nennen Sie uns doch bitte die 3 wichtigsten Elemente, die man bei einer Auswahl eines neuen ERP-Systems unbedingt berücksichtigen sollte.

Ralf Bachthaler: Eine zentrale Rolle spielt in jedem Fall der Implementierungspartner. Und hier kommt es ganz entscheidend auf die Kompetenz der Berater an. Neben dem breiten Erfahrungsschatz, ganz allgemein gesprochen, sind vor allem auch deren konkret anwendbare Branchenkenntnisse wichtig. Dieses Wissen lässt sich am besten durch aussagekräftige Referenzen belegen. Als zweites ist Innovationskraft zu nennen. Dazu muss man sich vor Augen halten: Die durchschnittliche Nutzungsdauer eines ERP-Systems beträgt in der Regel ganze 18 Jahre, Tendenz sogar steigend. Ein solch langer Zeitraum ist jedoch nur möglich – und guten Gewissens vertretbar –, wenn der Partner aktuelle technologische Trends mitentwickelt und mitbestimmt. Und als drittes möchte ich die Stabilität des Implementierungspartners beziehungsweise des Herstellers hervorheben. Gerade aufgrund der langen Nutzungszeiten zeigt sich die Wichtigkeit eines Aspekts: Es muss gewährleistet sein, dass der Partner auch in – fernerer – Zukunft noch am Markt tätig sein wird.

DFC: Herr Bachthaler, auf Ihrer Internetseite kann man lesen, dass Ihr System von mehr als 1700 Kunden genutzt wird, Tendenz steigend. Ihr System wurde gerade von Anwendern in der letzten Zeit mehrfach mit Bestnoten ausgezeichnet. Was ist der Erfolgsfaktor Ihres Systems?

Ralf Bachthaler: Ich denke, es sind mehrere Faktoren, die hier zusammenspielen. Zum einen gehört es seit jeher zu unserem Selbstverständnis, als technologischer Vorreiter der Branche zu agieren und Zukunftstechnologien frühzeitig in unsere Lösung zu integrieren. Ende der Neunziger Jahre war es die damals innovative Web-Technologie. Heute sind es Themen wie Industrie 4.0 oder künstliche Intelligenz. Durch konkrete Lösungen machen wir die Technologie der Zukunft für unsere Anwender im Geschäftsalltag nutzbar. Dabei nützt natürlich auch die innovativste Technik nicht viel, wenn sie am Kunden vorbei entwickelt ist. Die Kundennähe stellt daher eine weitere Säule unserer Unternehmensphilosophie dar. Beim Thema Benutzerfreundlichkeit etwa haben wir stets den konkreten Anwender und seine Ziele im Hinterkopf, unsere Funktionalitäten sind auf die spezifischen Anforderungen unterschiedlichster Branchen zugeschnitten. Gleichzeitig bieten wir unseren Kunden durch zahlreiche Partnermodule die Möglichkeit, alle für sie relevanten Stufen ihres Geschäftsprozesses vollständig und integriert mit nur einer Lösung abzudecken. Dieser Mix aus leistungsstarken Funktionen, innovativer Technologie sowie partnerschaftlicher Kundennähe ist aus meiner Sicht der zentrale Faktor für die hohe Zufriedenheit unserer Kunden.

DFC: Die Thematik Industrie 4.0 ist für viele mittlerweile nur eine Worthülse. Können Sie uns hier ein gutes Beispiel nennen, wie Sie mit einem Ihrer Kunden ein attraktives und zukunftsorientiertes Geschäftsmodell in diesem Bereich entwickelt haben?

Ralf Bachthaler: Ein Paradebeispiel hierfür ist aus meiner Sicht der österreichische Recyclingmaschinenhersteller NGR. Dessen Anlagen haben wir mithilfe unserer Industrie-4.0-Lösung SCS an die Cloud angebunden, sodass die NGR-Maschinen in der Lage sind, verschiedenste Prozessparameter aus ihrem aktuellen Betrieb zu übermitteln. Deuten diese dann beispielsweise darauf hin, dass eine bestimmte Komponente kurz vor dem Ausfall steht, lassen sich ganz im Sinne des „Predictive Maintenance“-Gedankens Wartungsprozesse bereits vorausschauend einleiten, sodass dem tatsächlichen Ausfall der Anlage zuvorgekommen werden kann. Gleichzeitig ist NGR damit auch in der Lage, seinen Endkunden Zugang zu den übermittelten Daten ihrer Maschinen zu gewähren, sodass auch diese Einblicke zum Zustand oder der Produktivität ihrer Anlagen erhalten. Für das Geschäftsmodell von NGR bedeutet dies: Das bisherige Kerngeschäft – die Herstellung und Lieferung einer Anlage – wird nun durch das Anbieten digitaler Services rund um die Maschine erweitert: Von Predictive Maintenance bis hin zu smarten Informationsservices für die Endkunden. Damit ist NGR in der Lage, den Wert seiner Maschinen zu steigern und langfristig zu sichern.

DFC: Was war die größte Herausforderung bei dieser Einführung?

Ralf Bachthaler: Die größte Herausforderung war die Bestimmung und Interpretation der Daten. Die Bestimmung und Festlegung der notwendigen Merkmale erforderten hohes Sachverständnis der Maschine – und vorausschauendes Denken hinsichtlich relevanter Merkmale. Um hierfür ein Beispiel zu nennen: Selbst Aspekte wie die Umgebungstemperatur haben möglicherweise Auswirkungen auf den Effizienzgrad der Maschine. Dadurch, dass wir als Lösungsanbieter sehr eng mit dem Anwenderunternehmen zusammengearbeitet haben, konnten wir dieses Spezialwissen in die Umsetzung der Lösung mit einfließen lassen.

DFC: Welche Rolle spielt heute schon das Thema künstliche Intelligenz in Ihrem System?

Ralf Bachthaler: Wir bieten unseren Kunden aktuell bereits eine erste Lösung, welche auf innovative KI-Technik zurückgreift und Vertriebsmitarbeiter in ihrer täglichen Arbeit unterstützt. Das Tool scannt Unternehmensinformationen, PR-Texte und soziale Medien, analysiert und interpretiert diese und bereitet sie übersichtlich auf. Der Mitarbeiter wird von Routinetätigkeit entlastet – und kann seine Zeit besser dazu nutzen, sich auf den Kundentermin vorzubereiten. Darüber hinaus haben wir weitere KI-Anwendungen in anderen Bereichen bei mehreren Pilotkunden im Einsatz.

DFC: Ich bin sicher, diese Frage haben Sie erwartet. Wo geht die Reise hin in Sachen künstliche Intelligenz?

Ralf Bachthaler: Auf dem KI-Gebiet werden wir in den kommenden Jahren wahre Quantensprünge erleben, davon bin ich fest überzeugt. Während die Technologie bereits heute in manch ausgewählten Teilbereichen das menschliche Gehirn übertrifft, prognostizieren Experten, die Technologie könnte bis 2030 gar einem erwachsenen menschlichen Gehirn nahezu äquivalent sein. Vor diesem Hintergrund wird KI für uns in der nächsten Zeit zu einem der zentralen Fokusthemen für unsere Forschung und Entwicklung. Unser Ziel besteht darin, KI und klassisches ERP eng miteinander zu verzahnen und die Vorteile der neuen Technologie zur Unterstützung unterschiedlichster Geschäftsabläufe nutzbar zu machen. Ich denke hier zum Beispiel an eine KI-gestützte Optimierung von Lagerbeständen oder die intelligente Erkennung von Anomalien in den Maschinenbetriebsdaten im Industrie-4.0-Kontext.

DFC: Am 14. Februar werden Sie in der Messe Frankfurt auf dem Digital FUTUREcongress mit Ihrem Unternehmen vertreten sein. Auf was dürfen sich die Besucher an Ihrem Messestand freuen?

Ralf Bachthaler: Ganz im Zeichen des Kongresstitels werden wir Besucher an unserem Stand mitnehmen auf eine Reise in die digitale Zukunft von Geschäftsprozessen, Service und Fertigung. Mit der neuesten Version unserer ERP-Lösung APplus etwa bieten wir unseren Kunden zahlreiche smarte Funktionalitäten zur Planung, Disposition und Abwicklung von Service-Terminen – und geben ihnen damit ein Werkzeug an die Hand, sich nicht mehr allein durch ihre Produkte, sondern auch durch einen effizienten Service von der zunehmend starken Konkurrenz im digitalen Zeitalter abzuheben. Darüber hinaus darf in Frankfurt natürlich auch unsere Industrie-4.0-Lösung SCS nicht fehlen. Wer sich für die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle durch smarte Technologie interessiert, ist jederzeit gerne herzlich eingeladen, auf ein Gespräch mit unseren Experten an unserem Stand vorbeizuschauen. Übrigens werden wir die angesprochenen Themen auch im Zuge eines Workshops von 14:10 – 15:10 Uhr vertiefen und dort anhand eines konkreten Kundenbeispiels aus der Praxis illustrieren.

DFC: Herzlichen Dank für dieses Gespräch und Ihnen viele gute Kontakte gerade auch im gehobenen Mittelstand!

Das Interview führte Michael Mattis Geschäftsführer und Veranstalter des Digital FUTUREcongress.

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Sie finden die Asseco Solutions AG am 14.02.2019 am Stand N3 in Frankfurt.

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