Bezahlen per Smartphone - Wie große Unternehmen, Versicherungen und Banken davon profitieren können - im Interview mit Michael Eichler, Geschäftsführer Bank-Verlag

GF EichlerDer Bank-Verlag, 1961 gegründet, publiziert nicht nur Finanzzeitschriften und Fachbücher, sondern stellt außerdem E-Learning-Produkte her und veranstaltet Seminare, Konferenzen und Trainings. Bereits seit einiger Zeit setzt das Unternehmen allerdings den Fokus in IT-Services für Banken, des Electronic Bankings und des bargeldlosen Zahlungsverkehrs. Darüber hinaus hilft der Bank-Verlag bei der Umsetzung regulatorischer Anforderungen. Dazu gehören auch Themengebiete wie Security & Trusted Services, Mobile & Online Banking und Payment Solutions. Diese Services werden mehr und mehr auch von Versicherungen, Finanzdienstleistern und großen Industrie- und Handelsunternehmen eingesetzt. Im Interview mit Geschäftsführers Michael Eichler sprechen wir heute über Cyber-/Internet-Sicherheit, Elektronische Unterschrift, Digitalisierung von Geschäftsprozessen und das Bezahlen per Smartphone.

DFC: Herr Eichler, bei der Vorbereitung auf das Interview bin ich zunächst erst einmal über den Namen gestolpert. Sie sind an den Standorten Köln und Frankfurt/Main mit etwa 200 Mitarbeitern vertreten und beschäftigen sich mit hochaktuellen und modernen Geschäftsprozessen im elektronischen Sicherheits- und Zahlungsbereich. Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht den Namen zu ändern?

Michael Eichler: (Lacht) …. Ja, darüber nachgedacht. Gestartet ist der Bank-Verlag 1961 tatsächlich mit der Publikation „die bank“. Über die Jahre kamen weitere Medienprodukte, wie zum Beispiel Formulare, Fachbücher und Veranstaltungen hinzu. Vor über 30 Jahren kamen dann damals neue Trends, wie das Online Banking und der bargeldlose Zahlungsverkehr, auf. Der Bank-Verlag hat sich da neue Geschäftsfelder erschlossen und damit den Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit von einem Verlag hinzu einem Technologie-Unternehmen verändert. Zuletzt wurden die Kompetenzen im Bereich IT-Sicherheit in einem eigenen Geschäftsfeld ausgebaut. Und vielleicht aus Sicherheitsgründen haben wir den unverdächtigen Namen bisher nicht geändert. Zum anderen sind wir ein B2B-Anbieter und da ist die Dissonanz zwischen Name und Geschäftstätigkeit schnell geklärt. Gegenüber dem Endkunden tauchen wir eigentlich nicht auf.

DFC: Steigen wir vielleicht jetzt einmal ein in die aktuelle Diskussion um die Herausforderung für Versicherungen, Banken und auch große Unternehmen Zahlungsabläufe in moderne Geschäftsprozesse zu integrieren und dabei höchste Sicherheitsanforderungen zu erfüllen. Warum ist es so schwierig sichere Zahlungsabläufe zu gewährleisten?

Michael Eichler: Da haben Sie einen Teil der Antwort bereits gegeben. Zum einen sollen die Zahlungsverkehrstransaktionen sicher sein, d.h. es sind eine Vielzahl an nationalen und internationalen Vorschriften und Standards zu beachten. Es ist nicht einfach diese alle umzusetzen und einzuhalten. Zum anderen gibt es eine Vielzahl von Zahlverfahren. Angefangen beim Bargeld über beleghaften Zahlungsverkehr mit Überweisung und Zahlschein zu den unterschiedlichen Online-Verfahren für Privat- und Firmenkunden bis hin zu den aktuell neuen mobilen Verfahren mit NFC.

DFC: Ihr Unternehmen ist bei einer Vielzahl von Kreditinstituten, Versicherungen sowie sonstigen Finanz- und Branchendienstleistern tätig. Wie gut sind diese Unternehmen bereits im Bereich mobiles Bezahlen aufgestellt und woran mangelt es?

Michael Eichler: Ich denke, dass Kreditinstitute und Finanzdienstleister hier gut aufgestellt sind, da es sich ja entweder um eine ihrer Kernkompetenzen oder für ihre Wertschöpfungskette relevante Funktion handelt. Auch insbesondere vor dem Hintergrund, dass die zwei Großen aus dem Silicon Valley deutlich mehr für Marketing und Werbung ausgeben konnten. Die Funktionen und Möglichkeiten waren bereits schon da. Die Herausforderung liegt aktuell meiner Meinung nach in einem anderen Bereich. Nämlich der 2. Zahlungsverkehrsrichtlinie, der PSD2, welche bis September dieses Jahres umzusetzen ist. Hier entstehen gerade eine Vielzahl von neuen Geschäftsideen als sogenannte Kontoinformations- oder Zahlungsauslösedienste bei denen die Ökosysteme verschmelzen und damit die Gefahr besteht, dass die Banken in den Hintergrund gesetzt werden.

DFC: Online-Betrug und Cyber-Angriffe sind heute praktisch an der Tagesordnung. Insgesamt kann man auch feststellen, dass nicht nur die Angriffe mehr werden sondern auf die Qualität enorm steigt. Welches probate Mittel bieten Sie ihren Kunden an um sich hier auf der sicheren Seite zu fühlen?

Michael Eichler: Aus unserer Sicht gibt es zwei Arten von Sicherheit: die technische und, wenn Sie so wollen, die fachliche Sicherheit. Technische Sicherheit umfasst z.B. die Absicherung von Apps und Portalen zum Beispiel durch die Zwei-Faktor-Authentifizierung. Diese wirkt vorne beim Nutzer. Er kann sie sehen, durch die Eingabe von Benutzername, Passwort und dem zweiten Faktor. Ein weiterer Aspekt bei der technischen Sicherheit, die vom Nutzer nicht gesehen wird, ist z.B. ein Betrugserkennungsystem, dass in Echtzeit im Hintergrund arbeitet und den digitalen Vorgang und ggfs. das Nutzerverhalten auf Betrugsverdacht hin untersucht. Mit fachlicher Sicherheit, meinen wir z.B. den Austausch zwischen den Sicherheitsexperten untereinander und mit daran Interessierten. So können neue Bedrohungslagen erkannt, schnell darauf reagiert und das Sicherheitsniveau insgesamt erhöht werden. In all den genannten Bereichen bieten wir entsprechende Leistungen an. Nicht vergessen dabei dürfen wir den „End User“ als das Kernelement von Sicherheitsbemühungen, seine Sensibilität und Bereitschaft in Sicherheit zu „investieren“.

DFC: Sie sprechen hier von ‘eIDAS Elektronische Unterschrift’. Was genau kann man sich darunter vorstellen?

Michael Eichler: Komplett digitale Unterschrift. Ohne Stift auf einem Tablet. Ohne Kartenleser und Software. Wir arbeiten mit zwei Pilotbanken an einem Angebot, dass noch dieses Jahr an den Start gehen wird. Das versetzt Banken in die Lage, ihren Kunden Geschäftsvorfälle, die dem Schriftformerfordernis unterliegen, wie z.B. Verbraucherkredite, Freistellungsaufträge, Vollmachten, komplett digital anzubieten. Ohne Ausdruck und händische Unterschrift. Wenn Sie so wolle, arbeiten wir an dem digitalen Stift des 21. Jahrhunderts.

DFC: Egal ob Konto- und Depoteröffnung, der Abschluss eines Vertrags oder einer Versicherung – nicht nur in der Finanzwelt bevorzugen Kunden immer öfter den digitalen Weg. Welche Lösung bieten Sie hier Unternehmen, Banken und Versicherungen?

Michael Eichler: Diese gerade genannte Unterschriftsfunktion können Banken nicht nur für ihre Geschäftsvorfälle verwenden, sondern diese lässt ganz neue Einsatzmöglichkeiten zu. Zum Beispiel im Bereich der öffentlichen Verwaltung. Hier gibt es ein starkes Bestreben der Bundesregierung, eine Vielzahl von Vorgängen für den Bürger in sogenannten Service-Portalen zu digitalisieren. Beim Um- oder Abmelden des Wohnorts oder eines Autos kann man sich zukünftig den Weg aufs Amt sparen. Oder man erschließt sich neue Geschäftsfelder mit den so genannten Plattform-Geschäftsmodellen. Für eine Bank oder Versicherung kann es per se interessant sein, zusammen zu arbeiten. Es macht aber vielleicht auch Sinn, dass Angebot z.B. um Immobilien zu erweitern und auf einem Portal mit Maklern zusammen zu arbeiten und dort auf dem Portal gleich weitere Partner aufzunehmen, wie z.B. die großen deutschen Vergleichsportale oder die neuen Idenditätsprovider, die gerade entstehen.

DFC: Schauen wir vielleicht einmal in die Zukunft. An welchen Projekten arbeiten Sie aktuell um Ihren Kunden neue Lösungen anzubieten und welche werden Sie auf dem Digital FUTUREcongress am 14. Februar in der MesseFrankfurt vorstellen?

Michael Eichler: Wir haben im Laufe des Gesprächs ja schon einige angesprochen. Zusammenfassend: ganz klar - der digitale Stift/die elektronische Unterschrift, an neuen Geschäftsmöglichkeiten als Kontoinformations- oder Zahlungsauslösedienst/Plattform-Geschäft und natürlich an neuen mobilen Zahlfunktionen. Ganz entscheidend dabei wird sein, die Bereitschaft von deutschen Plattformen, Kooperation einzugehen, um die US-amerikanischen und chinesischen Vorbilder zu kopieren oder sei es nur, sich ein Vorbild an nordischen Plattformen zu nehmen, und öffentliche Hand und Kreditwirtschaft noch besser abzustimmen.

DFC: Das klingt wirklich spannend. Wir freuen uns dann auf ihren 1. Auftritt in Frankfurt und wünschen Ihnen viele gute Kontakte und Gespräche.

Das Interview führte Michael Mattis Geschäftsführer und Veranstalter des Digital FUTUREcongress.

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Sie finden die Bank-Verlag GmbH am 14.02.2019 am Stand S6a in Frankfurt.

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