Effizienzsteigerung durch smarte Infrastruktur - Im Interview mit Michael Nicolai, Leiter Vertrieb IT Deutschland bei Rittal in Herborn

NicolaiRittal in Herborn ist ein weltweit führender Systemanbieter für Schaltschränke, Stromverteilung, Klimatisierung, IT-Infrastruktur sowie Software & Service. Systemlösungen von Rittal sind in über 90 Prozent aller Branchen weltweit zu finden. Für innovative IT-Umgebungen – von Edge bis Hyperscale Computing bietet das Unternehmen mit dem „Rittal Ecosystem IT“ Komponenten, Systeme und Lösungen für alle Anforderungen einer skalierbaren und wirtschaftlichen IT-Umgebung für Edge- und Cloud-Szenarien. Das Portfolio reicht vom Datacenter-Standort über das einzelne Rack und schlüsselfertige Rechenzentrum im Container bis hin zum Datacenter as a Service (DCaaS). Private Cloud-Plattformen und Managed Services kommen dabei von iNNOVO Cloud. Darüber hinaus bietet Rittal – von Planung, Implementierung bis Betrieb und Optimierung einer IT-Infrastruktur – alles aus einer Hand für den ganzen Datacenter-Lebenszyklus. Im Interview mit Michael Nicolai, Leiter Vertrieb IT Deutschland bei Rittal Sprechen wir heute über die Herausforderung für sein Unternehmen das geeignete Rechenzentrum auszuwählen und gute Empfehlungen für einen langfristig verlässlichen Betrieb.

DFC: Unternehmen stehen vor großen Herausforderungen, die durch die technischen aber auch gesellschaftlichen Veränderungen vorangetrieben werden. Ob Smart Devices, Internet der Dinge, Virtual Reality oder künstliche Intelligenz, um nur einige zu nennen. Welche Rolle spielt ihrer Meinung nach hier eine gut funktionierende Infrastruktur?

Michael Nicolai: Die Digitalisierung ist ein wesentlicher Baustein, um die Wettbewerbsfähigkeit Deutschland im internationalen Umfeld zu sichern. Neue Techniken, wie IoT, G5, Breitbandanbindung, Big Data und AI liefen große Datenmengen, die mit kurzen Latenzzeiten verarbeitet werden müssen, um innovative Dienste anbieten zu können.

Edge Data Center, am Rande der Cloud, sind dabei der Schlüssel einer zukünftigen RZ-Topologie. Ob es z.B. um die Erfassung und Analyse der Daten einer Industrie 4.0 Produktion oder die Implementierung einer Car-toCar, Car-To-Infrastructure Lösung für Assistenzsysteme und Autonomes Fahren geht. Die Rechenleistung hierfür wird in Edge Datacenter erbracht, die dezentral, am Ort der Datenerstehung zum Einsatz kommen. Daher müssen solche Edge Datacenter den Verfügbarkeitsanspruch der zugehörigen Applikation bedienen.

DFC: Viele Unternehmen planen auch insbesondere die Einführung neuer Geschäftsmodelle. Wie wichtig ist es hierbei die Infrastruktur bereits von Anfang an mit zu betrachten?

Michael Nicolai: gerade Edge Datacenter sind Applikations-getrieben. Gilt es innovative Services wie Predictive oder Prescriptive Maintenance zu implementieren, die Materialversorgung oder die Produktionssequenz zu optimieren, muss zuerst die Applikation definiert werden. Aus dieser leitet sich dann ab, wie viele Server und Storage Systeme vor Ort nötig sind und wie über Switches die notwendige Konnektivität abgesichert wird. Diese IT Komponenten definieren dann die Größe des Edge Datacenters.

DFC: Wenn wir einmal das Thema Industrie 4.0 & Edge Data Center etwas näher anschauen, welche Anforderungen werden an eine smarte Infrastruktur gestellt?

Michael Nicolai: Gerade im Kontext „Industrie 4.0“ sehen wir die vollständige Digitalisierung des Produktionsprozesses, der wiederum in die Wertschöpfungskette eingebunden ist, die mit der Kundenschnittstelle beginnt und dem Logistik bei der Auslieferung endet. Eine besondere Bedeutung kommt dabei dem Digitalen Zwilling zu. Konfiguratoren, Simulations- und Auslegungs-Tools erlauben es anhand der Komponentenbibliotheken ein vollständiges digitales Abbild des zu fertigenden Produktes zu erstellen. Dieses dient nicht nur bei der Angebotslegung, sondern liefert auch alle notwendigen Daten für die Produktion, der Materialversorgung und der nachgelagerten Logistik. Aus IT-Sicht sind Applikationen im Unternehmens-RZ (z.B. ERP-System, Web-Konfiguratoren, Datenbanken) eng mit den Edge Datacentern in der Produktion (z.B. Produktionsdaten Management) verknüpft.

Edge Datacenter sind dabei der Schlüssel, um die Potentiale einer modernen Industrie 4.0 Produktion voll auszuschöpfen. So kann z.B. die optimale Produktionssequenz ermittelt werden, um Rüstzeiten zu minimieren, um seriennahe Kundenlösungen auf der Serienlinie zu produzieren.

DFC: Können Sie uns vielleicht ein praktisches Beispiel nennen, indem Rittal im Bereich vorausschauende Wartung und intelligente Fabriken erfolgreich Erfahrungen sammeln konnte?

Michael Nicolai: Bei thyssenkrupp Steel ist die Digitalisierung ein wesentlicher Teil der Unternehmensstrategie. Heute gestaltet das Unternehmen seine Abläufe bereichsübergreifend in End-to-end Prozessen, die anfallenden Daten bilden die Grundlage für Entscheidungsfindung, Analytik und Vorhersage. Für die Fertigungsprozesse der über 2.000 Stahlprodukte sind nicht nur leistungsfähige IT-Systeme in unmittelbarer Nähe der Produktionsstandorte notwendig, da immer mehr Abläufe durch Sensoren und Roboter gesteuert werden. Diese Anforderungen ließen sich nur durch ein Edge Datacenter Konzept umsetzen.

Die Rittal IT-Container werden bei thyssenkrupp Steel direkt auf dem Firmengelände installiert und arbeiten als Edge-Rechenzentren inklusive einer Cloud-Anbindung. Denn: Mit der Digitalisierung steigt die Anforderung die großen Datenmengen nahe dem Entstehungsort zu verarbeiten. Dies erfordert eine Rechenleistung vor-Ort, kurze Latenzzeiten bei der Datenbereitstellung sowie eine unterbrechungsfreie Datenverfügbarkeit und systemweite Sicherheit.

Bei thyssenkrupp Steel haben die Anforderung der Produktion die Applikationen und nachgelagert die Größe und Auslegung der Container-RZ bestimmt.

DFC: Wenn man grundsätzlich seine Aufgabenstellung definiert hat. Wie nähert man sich dann der richtigen Auswahl eines Rechenzentrums?

Michael Nicolai: Sind die Lösungen und Applikationen definiert, die in einem Edge Datacenter laufen sollen, so kann die Auslegung der dazu notwendigen IT-Komponenten wie z.B. Server, Storage und Switches erfolgen. Diese aktiven Komponenten bestimmen die Größe des Edge Datacenters. Doch es sind weitere Parameter zu betrachten. Das Edge Datacenter muss den gleichen Service Level wie die darauf laufenden Applikationen gewährleisten. Hier ist eng zwischen IT- und dem Facility-Management des Kunden die Verfügbarkeit und die Redundanz des Edge Datacenters abzustimmen. Ebenso muss geklärt werden, welche Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden müssen z.B. hinsichtlich physischer Bedrohungen wie Einbruch, Staub, Wasser, Feuer, Rauch. Diese Betrachtung kann es erforderlich machen ein Edge Datacenter in eine entsprechend sichere Schutzhülle zu platzieren.

DFC: Welchen Tipp würden Sie Geschäftsführern und Entscheidern mit auf den Weg geben, die sich für eine effiziente und nachhaltige Rechenzentrumsinfrastruktur entscheiden möchten?

Michael Nicolai: Entscheidend ist ein durchgängiges IT-Konzept, welches auch die zukünftige Geschäftsentwicklung mitbetrachtet. Daraus leitet sich die Topologie der RZ-Infrastruktur (z.B. Private Cloud als Unternehmens-RZ, dezentrale Edge Datacenter) ab. Die flexible Erweiterbarkeit bei sich ändernder geschäftlicher Rahmenbedingungen und technologischer Innovationen bei den IT-Komponenten müssen abgedeckt werden. Abschließend ist es sicher ebenso notwendig, Fragen der Effizienz und Nachhaltigkeit zu betrachten, denn die Stromkosten sind in Deutschland im Vergleich zum internationalen Umfeld hoch, folglich sollte die Energie so effizient wie möglich genutzt werden.

DFC: Am 14. Februar wird Rittal auf dem Digital FUTUREcongress neuesten Lösungen präsentieren. Auf was dürfen sich die Besucher besonders freuen?

Michael Nicolai: Rittal wird modulare, skalierbare Edge Datacenter vorstellen, die von Einzelschranklösungen bis zu Container-RZ reichen. Da es sich hierbei um erprobte, standardisierte Designs handelt, wird für den Kunden auch ein Web-basierter Konfigurator vorgestellt, der eine erste Vorselektion ermöglicht und bei der Entscheidungsfindung unterstützt. Untermauert werden diese Lösungen durch Kundenreferenzen in praxisgerechten Anwendungen.

Das Interview wurde geführt von Michael Mattis Geschäftsführer und Veranstalter des DIGITAL FUTUREcongress in der Messe Frankfurt.

Das Gespräch führte ich ein Mattis, Geschäftsführer und Veranstalter des Digital FUTUREcongress in der Messe Frankfurt und Essen.

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